GFK Fertigbecken Sanierung mit RENOLIT ALKORPLAN (mit und ohne Osmose Blasen)

Generell:
Die Osmosebildung ist ein physikalisches Phänomen, wobei sich Feuchtigkeit in der Wanne selbst u.a. mit Produktionsrückständen verbindet und der dadurch entstehende Druck die abschließenden Schichten in Richtung Beckeninnenseite beschädigt. In den entstehenden Blasen auf der Beckeninnenseite bildet sich durch einen chemischen Prozess eine meist schwarze ätzende Flüssigkeit und die Blasen werden zudem oftmals rissig bzw. brüchig.
Ein weiterer Punkt ist bei Fertigbecken unbedingt zu beachten. Der Beckenkörper selbst kann sich, vor allem am Boden im leeren Becken durch Sonneneinstrahlung stark ausdehnen und wölben.

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Zu beachten!

Mit der hier vorgeschlagenen Sanierungsmethode von RENOLIT ALKORPLAN sorgen wir für ein von innen neu abgedichtetes Becken im RENOLIT ALKORPLAN TOUCH Design und stellen eine völlig neue Optik her.
Trotz aller Maßnahmen ist eine hundertprozentige Sicherheit gegenüber neuer Osmosebildung im alten Beckenkörper nicht komplett ausgeschlossen. Neue Blasen wären jedoch aufgrund der 2 mm Stärke der RENOLIT ALKORPLAN TOUCH Auskleidung im normalen Betrieb nahezu unsichtbar.
Durch das Abschleifen der Osmoseblasen und die Verlegung der Abdichtungbahn in vielen Rundungen ist eine Faltenfreiheit nicht vollständig zu gewährleisten. Im Scheinwerferlicht ist zudem mit Schattenwurf zu rechnen.

Vorher zu prüfen!

  • Sollte sich das Becken im Grundwasser befinden, ist eine Sanierung nicht möglich, da der Beckenkörper an diversen Stellen geöffnet wird.
  • Die Einbauteile müssen auf flanschfähige Folieneinbauteile gewechselt werden. Prüfen Sie die Einbauteile genau auf evtl. vorhandene Risse. Folientaugliche und flanschfähige Einbauteile müssen in jedem Fall neue Gegenflansche und Dichtungen erhalten. Im Flanschbereich müssen evtl. vorhandene GFK/Polyestermaterialien entfernt werden.
  • Vor der Sanierung Leitungen abdrücken, um evtl. Undichtigkeiten im Leitungssystem auszuschließen.

Sanierungsschritte

1. Sichtbare Osmoseblasen entfernen

Hierzu eignet sich am besten ein Diamant-Schleiftopf an einem Winkelschleifer. Schleifpapier selbst setzt sich zu schnell zu, weshalb dieses nur für wenige Blasen geeignet ist. Achten Sie darauf, dass flächig abgeschliffen wird und keine zu starken Vertiefungen geschaffen werden.

2. Entfernen der Einbauteile

Die Einbauteile werden oberflächlich abgestemmt und dann mittels Winkelschleifer (Trennscheibe Metall oder Stein) entfernt. In manchen Fällen ist auch ein Lochkreisbohrer möglich.
Die entfernten GFK Materialien aufheben. Um neue Einbauteile entsprechend eindichten zu können, kann es erforderlich sein, weitere Öffnungen in die Beckenwanne zu schneiden. Bitte achten Sie darauf dass die Öffnungen eine Größe von ca. 10-12 cm im Quadrat je Öffnung nicht überschreiten, damit die Stabilität und Form der Beckenwanne selbst nicht zu sehr geschwächt wird. Bei Bedarf im Abstand von ca. 10 cm die nächste Öffnung wie vor genannt erstellen. Durch die Zwischenräume bleibt die Form des Beckenkörpers weitgehend erhalten.

3. Einbauteile Montieren / Öffnung schließen

Die Einbauteile möglichst flächenbündig montieren. Bei GFK Becken und Rundungen ist es durchaus möglich die Einbauteile auch leicht hervorstehend oder vertieft zu montieren. Dazu müssen die Folien am Rand mit Spreiznieten gegen Zug gesichert und überschweißt werden.
Vor dem Einbau der Einbauteile eine Schablone aus ABS oder PVC fertigen, die etwas größer gefertigt in die Öffnung eingesetzt und mit Spreiznieten mit dem Beckenkörper verbunden wird.
Durch eine Öffnung in dieser Schablone mit PU-Schaum den durch entnommenes Hinterfüllmaterial entstandenen Hohlraum schließen.
Nach Aushärtung auf der Schablone und in der Öffnung der GFK Wanne möglichst viel des vorher entnommenen GFK Materials mittels MS-POLYMER (RENOLIT Alkorfix) wieder einsetzen. Ritzen / Fugen mit MS-POLYMER (ALKORFIX) schließen.
Befestigen Sie die erste Dichtung am Einbauteil mittels RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber, beidseits aufgetragen und abgelüftet.

4. Montage der Befestigungsmittel

Am Beckenkopf muß zum Abschluß ein Folienblech montiert werden. Dieses muss mit MS-Polymer (RENOLIT ALKORFIX) auf der Rückseite gegen Hinterlaufen abgedichtet werden. Dazu werden am Beckenkörper und am Folienblech jeweils Wellen aufgespritzt. Im Anschluss wird das Blech am Beckenkörper mit Spreiznieten (Blumenform) Bohrung min. 5 mm zusätzlich mechanisch befestigt.

5. Sekundärablauf

Um ggf. eindringendes Wasser hinter der Folie ableiten zu können, ist es erforderlich im Tiefteil zusätzlich mindestens 2 Sekundärbohrungen Durchmesser min. 30 mm zu erstellen.

6. Desinfektion

Beckenkörper desinfizieren und abtrocknen lassen. Nach 24 Std. den gesamten Beckenkörper mit klarem Wasser abspülen und vollständig abtrocknen lassen, bevor die Folie bzw. das Vlies angebracht werden kann. Dazu 1 ltr. Sanitizer mit 9 ltr. Wasser verdünnen und am Beckenkörper mit Bürste oder Sprühlanze (Körperschutz) auftragen. Achtung vermeiden Sie Kontakt von Sanitizer mit der Abdichtungbahn.

7. RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber & RENOLIT ALKORPLUS Vlies antibakteriell „blau“

Zur weiteren Desinfektion und Abschirmung ist es erforderlich, den RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber vollflächig und auf dem kompletten Beckenkörper aufzutragen. Dies erfolgt jedoch in Teilschritten mit der Montage der entsprechenden Materialien wie RENOLIT ALKORPLUS Vlies antibakteriell „blau“.
Zur besseren Verarbeitung kann der RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber mit bis zu 10% MEK – Lösemittel verdünnt werden.

8. Vlies Montage an den Wänden

Nutzen Sie zum Auftragen des Klebers synthetische Rollen, die auch zum Auftragen von Lösemittelhaltigen Farben geeignet sind.
Tragen Sie den Kleber vollflächig immer fortlaufend auf ca. 50 cm Länge am Beckenkörper auf und betten Sie das Vlies sofort mittels einer Tapetenrakel (Kunststoff) auf. Achten Sie darauf, dass das Vlies alle Formen des Untergrundes genau annimmt und schneiden Sie ggf. das Vlies in Segmente. 

9. Folienmontage Wand

Schweißen Sie die Folie wie bekannt am Beckenrand auf das Folienblech auf. Achten Sie beim Heften darauf, dass die Folie sauber und möglichst faltenfrei im Becken liegt. Mögliche Falten in Ecken und Rundungen entfernen Sie durch Segmentschnitte.
Ist die Folie am Beckenrand verschweißt, wird die Folie so angestreift, dass an größeren Rundungen (Versteifungsring) die Folie wieder mit der Schere geschnitten wird. Die Folie wird nun mittels RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber im Bereich der Rundungen und zusätzlich im Bereich der Ecken großzügig verklebt. Dazu die Folie und auch das Vlies mit Kleber einstreichen und beides so ablüften lassen, dass beide Kleber handtrocken sind. Im Anschluss auf dem Vlies mit geringer Hohlkehle aufstreifen und mit Silikonrolle andrücken. Die Enden der Folienbahnen im Bereich der Rundungen immer zusätzlich zum Kleber alle 40-50 cm mit Spreiznieten am Beckenkörper fixieren. In Ecken, starken Rundungen und vertieften oder hervorstehenden Einbauteilen die untere Lage der Folie
mittels Spreiznieten befestigen und anschließend überschweißen.

9.1. Im Bereich des Versteifungsrings muss eine weitere Folienbahn aufgeschweißt werden.

Dies kann in zwei Varianten erfolgen. Entweder wird die untere Bahn direkt vor die obere Bahn mit Kleber und Spreiznieten befestigt. Im Anschluss wird eine schmale Folienbahn über beide Bahnen und deren Befestigungsnieten geschweißt.

In der zweiten Variante wird vor der oberen Wandbahn eine weitere Lage Vlies aufgebracht die ca. in der Mitte der Rundung wieder endet. Dadurch kann die unter Folienbahn direkt auf die obere Bahn (hinter den Spreiznieten) geschweißt werden.

9.2. Im Eckbereich über dem Versteifungsring werden mehrere Folienlagen Segmentartig eingeschnitten

Die vorher in Variante 2 aufgebrachte zweite Vlieschicht wird hier teilweise entfernt und ein weiteres Stück 1,5 mm Folie eingelegt. Diese wird am Rand zu den beiden Folienbahnen überlappend verschweißt. Eine abschließende Lage aus RENOLIT ALKORPLAN TOUCH wird dann im hinteren Bereich überlappend verlegt, aber in den anderen drei Seiten Stoß an Stoß auf die Unterlagsbahn aufgeschweißt.

10. Folienmontage Treppe / Stufen

Im Stufenbereich ebenfalls den RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber vollflächig auftragen. 5 cm Überlappung an der Folienoberkante des Treppenspiegels mit einem Strich sauber markieren und Folie unterhalb der Markierung mit RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber bestreichen. Beides ablüften lassen, bis es mindestens handtrocken ist.
Mittels dem Strich die Folie im Anschluss sauber an der Vorderseite der Treppe platzieren und mit Silikonrolle anrollen.
Im Anschluss mit Heißluftfön die Kanten oben und unten umlegen. Nutzen Sie hierzu die Silikonrolle mit entsprechendem Zug an der Oberseite und die Metallrolle an der unteren Seite.
Die Folien im Eckbereich miteinander verschweißen, dazu muss der Kleber von der Folie entfernt werden. Dieser kann abgerubbelt werden. Eine Verschweißung zwischen zwei Folien zur Abdichtung kann nur ohne Kleber erfolgen.
In die freie Fläche im Trittbereich RENOLIT ALKORPLAN Vlies antibakteriell blau vollfllächig mit Kontaktkleber einkleben. Vor der Montage der abschließenden Trittfolie gut ablüften lassen, um Gasbildung zwischen den Folien zu vermeiden.

11. Montage der Folie im Bodenbereich

Vor der Bodenmontage die Wandfolie ebenfalls mit leichter Vorspannung und nach Auftragen und ablüften von RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber am Boden mittels Spreiznieten alle 40-50 cm befestigen.
Die Montage der RENOLIT ALKORPLAN TOUCH Folie erfolgt in der Regel quer. Gerade bei Fertigbecken ist der Boden oftmals gewölbt, weshalb es von Vorteil ist, die Schweißnahtlänge möglichst gering zu halten.
Gehen Sie Schritt für Schritt vor und starten Sie ggf. im Hochbereich Richtung Tiefteil.
RENOLIT ALKORPLAN Vlies antibakteriell auf den Untergrund vollflächig mit RENOLIT ALKORGLUE Kontaktkleber auftragen. Speziell bei Stoßverlegung: Markieren Sie die Lage des Stumpfschweißstreifens immer vor der Verlegung entsprechend. Im Anschluß das Stumpschweißband ebenfalls mit Alkorglue Kontaktkleber aufkleben. Beim Stumpschweißband achten Sie darauf, dass wieder beide Seiten eingestrichen werden und entsprechend abgelüftet wird. Die graue Seite des Stumpfschweißbandes nach oben!
Das Stumpfschweißband muss an beiden Seiten auf der Wandfolie mindestens 2 cm verschweißt werden.
Im Anschluss verschweißen Sie die erste Bodenbahn komplett und rundherum. Evtl. bedarf es an den Rändern weiterer Zuschnitte mittels Schere und Schablone.
Wenn eine Bahn vollständig mittels doppelter Schweißnaht verschweißt wurde, erfolgt die Montage von Vlies und Stumpfschweißband für die nächste Bahn. In dieser Reihenfolge wird der Beckenboden fertiggestellt.
Achten Sie darauf, die Folie und das Stumpfschweißband möglichst nicht zu verschmutzen oder mit Schuhen zu betreten, ggf. reinigen Sie alles mit Ethanol oder das Stumpfschweißband bzw. Folienbleche auch alternativ mit MEK Lösemittel.

12. Eindichten der Einbauteile

Schneiden Sie die Einbauteile entsprechend aus und montieren Sie den Gegenflansch mit der 2. Dichtung. Eine 3. Dichtung wird nicht eigesetzt. Achten Sie auf gleichmäßigen Zug an allen Schrauben.
Sollten bestehende flanschfähige Einbauteile weiter verwendet werden, so müssen in jedem Fall die Dichtungen und ggf. auch die Losflansche erneuert werden. Bei den Losflanschen können sich durch die unregelmäßige Stärke der GFK Laminierung bereits Verformungen gebildet haben, die sonst später zu Undichtigkeiten führen könnten.

13. Aufbringen der Nahtversiegelung

Zu Ihrer Sicherheit sollten die Nähte (außer Stumpschweißnähte) mit Nahtversiegelung überzogen werden oder alternativ mit der Metallrolle entsprechend gerundet und geschlossen werden.

14. Wasser marsch und viel Spass mit dem neuen Becken